Geldspritze für Sarina Brockmann

sb stip18-jährige hoch talentierte Löhner Sportlerin bekommt ein Stipendium über 1.000 Euro von der Förderinitiative Track-Team OWL. Nach Erkrankung wieder im Training

Sie setzte zum Ausklang der Freiluft-Saison 2020 in der heimischen Leichtathletik eine nachhaltige Duftmarke. Die Löhnerin Sarina Brockmann von der LG Bünde-Löhne holte sich bei den Deutschen Meisterschaften der U20 in Heilbronn im 200-Meter-Sprint die Bronzemedaille und legte damit den Grundstein für ihre erstmalige Nominierung in den DLV-Bundeskader NK 1 U20. Der Grad der Aufmerksamkeit in derLeichtathletik- Szene nahm weiter zu und zündete die nächste Stufe auf ihrer sportlichen Karriere-Leiter: Die talentierte Sprinterin und Mehrkämpferin Sarina Brockmann erhält ein Stipendium in Höhe von 1.000 Euro für das Jahr 2021 von der Förderinitiative Track-Team OWL.
Und die 18-Jährige ist beim TV Löhne-Bahnhof die erste Leichtathletik-Sportlerin, die in den Genuss so einer Förderung kommt.

Vor ihr war das nur ein männlicher TVL-Sportler, der in den 90er Jahren auch eine finanzielle Zuwendung erhielt. Speerwerfer Tim Werner hatte seinerzeit 1.000 D-Mark als hoffnungsvoller Nachwuchs-Athlet erhalten. Später stand er auch im DLV-Kader für Olympia 2004 in Athen, musste aber wegen einer Verletzung passen. „Das ist natürlich eine ganz tolle Sache, helfen mir die 1.000 Euro sehr“, freut sich Sarina Brockmann über diese finanzielle Unterstützung.
Cheftrainer Karl-Heinz „Kalle“ Held hatte die Sportlerin auf die Förderinitiave TrackTeam OWL aufmerksam gemacht, sie hatte es dann auch auf Instagram mitbekommen und sich in der Weihnachtszeit daraufhin beworben – und wurde ausgewählt. Eine sehr schöne weihnachtliche Überraschung. „Dr. Guido Kaulmann vom Track-Team OWL hat sich nach meiner Bewerbung bei mir persönlich gemeldet, war auch zu einem persönlichen Gespräch bei uns zu Hause und hat mir da schon mündlich eine Zusage für die Förderung gegeben“, sagt die 18-Jährige. Das wurde dann schriftlich bestätigt und der 18-Jährigen auch ein blaues T-Shirt überreicht, dass sie als Mitglied der Förderinitiative sichtbar ausweist.
„Es ist wichtig, den Leichtathletik-Nachwuchs zu fördern, die Person und das Umfeld zuvor persönlich kennen zu lernen. Als Leistungssportlerin kenne ich sie schon länger und auch Trainer Kalle Held. Die Bewerbungsunterlagen von Sarina haben mich überzeugt“, erklärt Naturwissenschaftler Guido Kaulmann, der auch schon seit etwa 30 Jahren als Trainer in der Leichtathletik aktiv ist, unter anderem ehrenamtlich beim Bielefelder Verein TSVE.
Cheftrainer Kalle Held freut sich natürlich auch über die finanzielle Zuwendung für „seine“ Athletin, die in den vergangenen Jahren eine enorme sportliche Entwicklung genommen hat. Nur das Seuchenjahr 2018 mit einer langwierigen Fußverletzung über fast die gesamte Saison hinweg stoppte mal den Erfolgsdrang der Löhnerin. Sie kam in 2019 aber stark zurück und seigerte sich stetig bis zur Aufnahme in den DLV-Bundeskader im November des vergangenen Jahres. Und für 2021 hat Sarina Brockmann große Ambitionen über die 200-Meter-Sprintstrecke: „Ein Ziel ist die Teilnahme bei der Europameisterschaft der U20 im Sommer. Davor sind Qualifikationswettbewerbe zu absolvieren. Ob die auch stattfinden können, ist aktuell wegen der Corona-Pandemie und einer eventuellen Verlängerung von Maßnahmen seitens der Politik ungewiss. Man sollte Step bei Step schauen“, sagt die Löhnerin.
Im Dezember vergangenen Jahres war sie unverhofft zur Untätigkeit verurteilt. „Sarina hatte Pfeiffersches Drüsenfieber, zum Glück ein leichter Verlauf“, erklärt Kalle Held. „Wir haben wieder langsam und vorsichtig mit Lauftraining begonnen, werden ab dieser Woche nun in das Leichtathletik-Training einsteigen. Wir werden nichts übertreiben. Ich bin mit Medizinern in Kontakt, um alles vernünftig zu dosieren. Sarina fühlte sich nach den Laufeinheiten nicht überbelastet, es sieht gut aus“, sagt der Cheftrainer.
Am heutigen Montag wird er auch einen Antrag an die Stadt Löhne stellen, dass die Athletin wieder im Werretalstadion trainieren darf. Durch die Aufnahme in den DLV-Bundeskader ist Sarina Brockmann zu behandeln wie eine Profi-Sportlerin, so dass für sie das Sportverbot wie bei den Amateuren aufgehoben ist. Mit dieser Sondergenehmigung trainierte sie schon in 2020 auch im Werretalstadion. Mittlerweile ist die Genehmigung durch die Politik aufgehoben, muss neu beantragt werden. „Sollte Sarina nicht im Werretalstadion trainieren dürfen, fahre ich mit ihr einmal in der Woche in den Ahorn-Sportpark in Paderborn“, sagt Kalle Held.

Förderinitiative Track-Team OWL. Was verbirgt sich dahinter?
Sie wurde vor zehn Jahren vom Naturwissenschaftler und LeichtathletikTrainer Guido Kaulmann gegründet, um ostwestfälische Leichtathletik-Talente, die in Ostwestfalen bleiben möchten, zu fördern. „Ich habe irgendwann beschlossen, Talente zu fördern. Bisher ist das noch eine Privatinitiative von mir. Mein Ziel ist, weitere Mitstreiter und Mitstreiterinnen zu gewinnen, um das Projekt Förderverein zu realisieren. Dann könnte man eventuell fünfstellige Geldsummen generieren, um nicht nur Nachwuchsathleten zu fördern, sondern auch Vereine bei Anschaffungen wie zum Beispiel einer Stabhochsprung-Anlage und anderen Dingen zu unterstützen“, sagt der Bielefelder Guido Kaulmann.
In den ersten Jahren gründete er als Vertretungslehrer an einigen Schulen in OWL auch Leichtathletik-AGs, um Kinder und Jugendliche zu sichten. Einige konnte er in örtliche LA-Vereine vermitteln. Für das Track-Team OWL entwickelte Guido Kaulmann inzwischen eine neue Förderidee:
Ein Sport-Stipendium, zunächst mit maximal 1.000 Euro dotiert und auf ein Jahr beschränkt. Als erste wurde die Neu-Paderbornerin Katharina Grompe (Sprinterin 100 m) für 2020 ausgewählt. Die Stipendiaten/innen für 2021 sind neben der Löhnerin Sarina Brockmann noch zwei weitere weibliche und drei männliche sehr vielversprechende ostwestfälische Nachwuchstalente. Jeweils drei sind im Bundes- sowie Landeskader. „Im kostenintensiven Leistungssport sind finanzielle Zuwendungen ganz wichtige Faktoren für die Entwicklung von Talenten“, sagt Kaulmann.

on 20 Januar 2021
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