Fadire ist der Überflieger

Auc h wenn nicht alle Träume in Erfüllung gingen, die Leichtathleten und Leichtathletinnen des TV Löhne-Bahnhof staubten bei den Ostwestfalenmeisterschaften in Blomberg ordentlich ab. Und dabei war die Konkurrenz mit weit über 300 Teilnehmern beachtlich. Nicht einschüchtern ließ sich dabei in erster Linie der Löhner Vorzeigeathlet Joshua Fadire. Der frisch gekürte Westfalenmeister im Mehrkampf legte auch an diesem langen Tag ein ungewöhnlich umfangreiches Programm ab. Dabei sammelte er Titel um Titel. Insbesondere in den Stoß- und Wurfdisziplinen war Joshua Fadire nicht zu schlagen. Im Kugelstoßen und Speerwurf distanzierte er die Konkurrenz ganz klar. Da hätte schon ein Versuch gereicht, um den 1. Platz zu sichern. Im Diskuswurf ließ er sich den Titel am Ende des Tages nicht nehmen.

Zwischendurch lief er persönliche Bestzeit im Vorlauf über die 100 Meter, um dann im Hürdenlauf ebenfalls in persönlicher Bestzeit den Titel zu gewinnen. Dabei pulverisierte er seine Bestleistung in 12,15 Sekunden um fast unglaubliche neun Zehntelsekunden. Am Ende des Tages war aber dann selbst Joshua „platt“. Drei Sprints, viele Versuche im Weitsprung, mehrere Versuche im Hochsprung bis zur Höhe von 1,58 Meter und Platz fünf als schlechteste Platzierung, dazu die Wurfdisziplinen, da waren Betreuer und natürlich in erster Linie der Athlet selbst reichlich gefordert. Mit vier Titel war Joshua Fadire damit dann aber auch der erfolgreichste Starter unter den gut 300 Teilnehmern.

Erstmals auf dem oberst en Treppchen fand sich dann Sarina Brockmann wieder. Sie steigerte sich im Sprint vom Vor- über den Zwischenlauf bis hin zum großen Finale. In 10,48 Sekunden überquerte die inzwischen überaus ehrgeizige und zielstrebige Sprinterin der W12 als erste die Ziellinie. „Da war doch am Anfang der Saison noch eine Bestzeit von über elf Sekunden – oder?“, so die Eltern. Die insgesamt überragende Entwicklung der jungen Sportlerin dokumentierte sie dann durch Bestleistungen im Weitsprung mit 4,57 Meter, im Hürdenlauf in 10,93 Sekunden und somit jeweils 3. Plätzen. Zwischendurch ging sie auch noch im Speerwurf an den Start und gelangte ebenfalls in die Urkundenränge.

Charlotte Haas hätte sich an ihrem 14.Geburtstag sicherlich gern den Titel im Hochsprung gegönnt. Aber irgendwie war das an diesem Tag – trotz Platz zwei und dem Vizeostwestfalenmeistertitel – nicht ihre Disziplin. 1,48 Meter springt sie normalerweise im Training aus halben Anlauf. Leichte Rückenschmerzen waren mit Sicherheit hinderlich, aber auch Trainer Karl-Heinz „Kalle“ Held war in dieser Situation irgendwie ratlos. „Vielleicht war die Favoritenrolle dann doch eine Nummer zu groß an diesem Tag“, so seine einzigen Erklärungsversuche. Denn danach sammelte Charlotte Haas doch noch persönliche Bestleistungen sowohl im Weitsprung als auch im 300-Meter-Hürdenlauf, und so war es letztlich dann doch ein schöner Geburtstag auf dem Sportplatz.

Eine Medaille erlief sich auch Jana Marie Möller, die in einem großen Starterfeld am Anfang Mühe hatte, sich in den Positionskämpfen am Start durchzusetzen. „Da fehlt halt noch ein wenig die Routine“, spendete der Trainer Trost. Mit Platz drei durfte Jana Marie aber mehr als zufrieden sein. Bei den Mädchen ging dann erstmals bei Meisterschaften auch Antonia Tetzner an den Start. Unter der Obhut von Wurftrainer Rüdiger Pudenz belegte sie mit persönlichen Hausrekorden 6. Plätze im Speerwurf und im Kugelstoßen. In dieser Disziplin überzeugte auch Theo Dietrich, der sich von Versuch zu Versuch steigerte und am Schluss mit persönlicher Bestweite sogar den Vizetitel sicherte. Diesen Erfolg hatte Theo mit Sicherheit nicht auf dem Schirm und so war die Freude natürlich riesengroß. Robin Hilpert sicherte sich in dieser Disziplin ebenfalls einen Platz in den Urkundenrängen (7. Platz).

Niklas Strutz erzielte seine besten Resultate im Hürdenlauf (3. Platz) und im Hochsprung mit persönlicher Bestmarke von 1,48 Meter. Patrick Föhse stellte einmal mehr seine Vielseitigkeit unter Beweis, indem er persönliche Bestmarken im Speerwurf mit 36,98 Meter (Rang 4), im Kugelstoßen mit 8,58 Meter (Rang8) und im Hochsprung mit 1,50 Meter (Rang 7) aufstellte. Letztlich ging er noch über die 800 Meter an den Start und erlief sich mit dem 5. Platz eine weitere Urkunde.

Insgesamt lieferte die Löhner Truppe eine überzeugende Vorstellung ab. Dank der vielen guten Tipps durch Zehnkämpfer André Düsterhöft und die heimischen Trainer wurde eine überzeugende Bilanz vorgelegt: Fünf Titel, zwei Vizemeisterschaften, vier 3. Plätze und alle Athleten in den Urkundenrängen bei mehr als 300 Teilnehmern bei den Ostwestfalenmeisterschaften.
„Hut ab“, lautete auch das Lob von Ausrichter LG Lippe Süd.

 

Hier die Ergebnisse der TVL Athleten ...